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1. Teil: L'Hôtel de Ville (Rathaus) – place d'Armes

 

Im Jahr 1213 wird erstmals ein Bau erwähnt, in dem die Stadträte ihre Versammlungen abhalten. In diesem Jahr erlaubt das Kapitel von Saint-Aubain der Gemeinde Namur, neben der Saint-Remy-Kapelle einen Anbau zu errichten. Die künftige Grand'Place (die spätere Place d'Armes) wird fast vollständig von zwei Häuserblöcken von unterschiedlicher Größe eingenommen. Hier steht die Saint-Remy-Kapelle mit dem Anbau, der ab 1285 „das Haus, in dem plädiert wird“, genannt wird.

 

1352 wird das Haus erstmals unter dem Namen „cabaret des échevins“ (Schenke der Schöffen) erwähnt. Dieser Begriff hatte damals eine andere Bedeutung als heute. Gewisse Forschungsarbeiten legen nahe, dass Schenke ein „kleines Gebäude, ein kleiner Bau“ bedeuten könnte, was zu dem Anbau aus dem Jahr 1213 zurückführt. Dieser Bau umfasste ein Stockwerk, in dem sich das Schöffenzimmer befand. Dort stand ein Koffer, in dem die Archive der Stadt aufbewahrt wurden.

 

1514 fallen die Schenke der Schöffen und die Saint-Remy-Kapelle wahrscheinlich der Baufälligkeit zum Opfer. Daraufhin wird der Verwaltungssitz der Stadt in drei nahe gelegene Bürgerhäuser verlegt, die die Gemeinde Namur erworben hat und sorgfältig einrichtet. Dennoch plant man einen Ausbau oder gar einen Neubau. Da tut sich eine unerhoffte Gelegenheit auf. Der Bischof von  Namur will sich des Refugiums der Abtei von Brogne entledigen. Das Grundstück ist interessant, denn seine weitläufigen Gärten grenzen an das Gemeindegebiet.

 

1574 kauft die Stadt das Grundstück und nimmt schon bald die Arbeiten in Angriff. Sie nutzt die Gelegenheit, um die Häuserblocks mit dem alten Rathaus zu schleifen, die den Zugang und die Aussicht versperren. Die Grand'Place ist geboren.

Unter der holländischen Herrschaft wird das Gebäude im Jahr 1826 erneut als zu alt, zu klein und unangemessen eingestuft. Man entscheidet sich für einen Neubau. Die Arbeiten dauern drei

Jahre, von 1828 bis 1831. Das neue Rathaus unterscheidet sich durch seine Größe und seinen Stil von seinem Vorgänger: es ist ein beeindruckendes Gebäude im neoklassischen Stil. Seine Fassade erstreckt sich beiderseits eines majestätischen Vorbaus mit Säulen und Frontispiz.

 

Am 23. August 1914 stecken die deutschen Truppen das Rathaus in Brand. Außer der Fassade fällt das ganze Gebäude den Flammen zum Opfer. Glücklicherweise werden die Gemeindearchive des alten Regimes seit kurzem im Staatsarchiv aufbewahrt.

 

1919 weichen die Ruinen der Place d'Armes. Die Stadtverwaltung bezieht ein Stadthaus, das Henri Beyaert für das Ehepaar Franz Kegeljan und Louise Godin in der Rue de Fer gebaut hatte.

 

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Kompilation: „Service Information et Communication“ (Dienst Information und Kommunikation), Eloïse Lotin, Praktikantin in Kommunikation, März 2008

 

Texte inspiriert durch oder Auszüge aus: 

  • „Ma maison communale au service des namurois“, von der Stadt Namur im Jahr 2005 erstellte Broschüre
  • Jean-Louis Antoine, „Pleins feux sur l'Hôtel de Ville“, in den Ausgaben 49 und 50 vom März und Juni 2006 des „Namur Magazine“ erschienene Artikel
  • Vincent Bruch und Jacques Toussaint „L'Hôtel de Ville de Namur“, auf Initiative der Stadt Namur im September 2000 herausgegebene Broschüre
  • Von der Stadt Namur im Rahmen der Grundsteinlegung für das neue Rathaus am 23.10.1981 erstellte Pressemappe
  • Jean-Louis Antoine „La Fresque des Wallons“, auf Initiative der Stadt Namur im April 2007 herausgegebene Broschüre
  • „La Maison des Citoyens, Votre Administration sur un plateau“, von der Stadt Namur im September 2007 herausgegebene Broschüre
  • „La Maison des Citoyens, Modernité & Accueil“, in der Ausgabe 55 vom September 2007 des „Namur Magazine“ erschienener Artikel